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Stillstandszeiten reduzieren: Ursachen finden, Anlagenverfügbarkeit erhöhen

Ungeplante Stillstände kosten Ausbringung, Termine und Nerven. Wie Sie Stillstandszeiten messen, Ursachen systematisch finden und die Verfügbarkeit Ihrer Anlagen dauerhaft erhöhen.

Jede Minute Stillstand ist verlorene Ausbringung. Aber nicht jeder Stillstand ist ein Problem: Entscheidend ist, geplante von ungeplanten Stillständen zu trennen und die ungeplanten an der Ursache zu packen.

Geplante und ungeplante Stillstände

Geplante Stillstände sind Wartungsfenster, Rüstvorgänge, Reinigungen, Schichtwechsel oder Pausen. Sie sind kalkulierbar und lassen sich verkürzen, aber nicht vermeiden. Ungeplante Stillstände entstehen durch Störungen, Ausfälle, fehlendes Material, fehlende Bediener oder Qualitätsprobleme. Sie sind der eigentliche Hebel, weil sie unvorhersehbar Kapazität kosten und häufig Folgekosten verursachen: Ausschuss, Nacharbeit, Terminverzug, Überstunden.

Der erste Schritt ist deshalb immer, Stillstände überhaupt sauber zu erfassen: Wann, wie lange, an welcher Anlage, mit welchem Grund. Ohne diese Basis bleibt jede Maßnahme Vermutung.

Maschinendaten sichtbar machen: OEE, Spindelvibration und Stillstände nach Ursache als Grundlage jeder Maßnahme.

Kennzahlen: Verfügbarkeit, MTBF, MTTR, OEE

Vier Kennzahlen reichen, um Stillstände greifbar zu machen:

KennzahlBedeutungHebel
VerfügbarkeitAnteil der Laufzeit an der geplanten BetriebszeitUngeplante Stillstände senken
MTBFMittlere Zeit zwischen zwei AusfällenZuverlässigkeit erhöhen: Wartung, Verbesserung
MTTRMittlere Dauer bis zur WiederinbetriebnahmeReaktion beschleunigen: Diagnose, Ersatzteile, Erreichbarkeit
OEEGesamtanlageneffektivitätVerfügbarkeit, Leistung und Qualität zusammen betrachten

Die OEE verbindet drei Faktoren:

OEE = Verfügbarkeit × Leistungsgrad × Qualitätsrate

Ein Beispiel: 85 % Verfügbarkeit, 90 % Leistung und 98 % Qualität ergeben eine OEE von rund 75 %. Für die Stillstandsanalyse ist der Verfügbarkeitsfaktor der wichtigste, weil er ungeplante Stillstände direkt abbildet. Wichtig ist weniger der absolute Wert als der Trend und der Vergleich zwischen Anlagen.

Typische Ursachen für ungeplante Stillstände

  • Verschleiß ohne Wartung: Lager, Führungen, Antriebe, Dichtungen, die über ihren Verschleißvorrat hinaus betrieben werden.
  • Fehlende oder falsche Wartungsintervalle: Herstellerpläne nicht umgesetzt oder nicht an die reale Belastung angepasst.
  • Bedien- und Rüstfehler: Unklare Standards, fehlende Einweisung, Parameteränderungen ohne Dokumentation.
  • Ersatzteilverfügbarkeit: Die Störung ist in Minuten diagnostiziert, das Teil kommt in Tagen.
  • Schnittstellen nach Umbau oder Verlagerung: Anlagen laufen instabil, weil Änderungen nicht vollständig nachgezogen wurden.
  • Sporadische Störungen ohne Ursachenanalyse: Quittieren und weiterfahren, bis die Störung zum Ausfall wird.

Störgründe systematisch analysieren

Die Störgrundanalyse folgt einem einfachen Ablauf: erfassen, gewichten, verstehen, abstellen, prüfen.

  1. Erfassen: Jede Störung mit Anlage, Dauer, Fehlerbild und vermuteter Ursache dokumentieren, mindestens über einige Wochen. Steuerungsmeldungen, Diagnosepuffer und Maschinendaten sind dabei wertvolle Quellen.
  2. Gewichten: Störungen nach Gesamtdauer und Häufigkeit sortieren (Pareto). Meist verursachen wenige Störbilder den Großteil der Stillstandszeit.
  3. Verstehen: Für die größten Störbilder die Ursache eingrenzen, etwa mit der 5-Why-Methode, an der Anlage und mit den Bedienern, nicht am Schreibtisch.
  4. Abstellen: Maßnahme umsetzen, die die Ursache beseitigt: Wartung, Reparatur, Einstellung, Umbau, Standard, Schulung.
  5. Prüfen: Nach der Maßnahme die Störungshäufigkeit weiter erfassen. Erst wenn das Störbild verschwindet, ist die Ursache getroffen.

Maßnahmen mit Wirkung

  • Wartungsplan, der gelebt wird: Intervalle nach Hersteller und realer Belastung, mit Verantwortlichen, Terminen und Nachweis. Fehlt Kapazität, hilft externe Instandhaltung.
  • Kritische Ersatzteile bevorraten: Für die Teile, deren Ausfall die Anlage stoppt und deren Lieferzeit lang ist.
  • Diagnosefähigkeit stärken: Fehlerbilder dokumentieren, Meldungen verstehen, Prüfabläufe standardisieren. Das senkt die MTTR unmittelbar.
  • Zustandsüberwachung an kritischen Aggregaten: Schwingung, Temperatur, Druck an den Komponenten, die die größten Stillstände verursachen.
  • Standards für Rüsten und Bedienung: Klare Vorgaben und Einweisung verhindern viele Störungen, die als Technikprobleme erscheinen.
  • Schwachstellen beseitigen statt verwalten: Bei wiederkehrenden Störbildern lohnt der Blick auf Umbau oder Retrofit.

Wo anfangen

Mit einer Anlage: der mit den meisten ungeplanten Stillständen. Vier Wochen erfassen, die größten Störbilder gewichten, die Ursache des größten beseitigen, Wirkung prüfen. Dieser Zyklus ist unspektakulär, aber er senkt Stillstandszeiten zuverlässiger als jedes Softwareprojekt, das ohne Ursachenanalyse startet.

PraxisUmsetzung mit MT.One

MT.One übernimmt Stillstands- und Störgrundanalyse direkt an der Anlage, setzt Maßnahmen operativ um und dokumentiert, was wirkt: von der Störungsbeseitigung bis zur Wartung nach Plan.

Zur Störungsbeseitigung
Tom Bellon
Tom Bellon

Gründer von MT.One Industrieservice, Dresden. Praxis in Maschinenbau und Hightech-Produktion: Installation, Instandhaltung, Störungsanalyse und Prozessoptimierung direkt an der Anlage.

FAQHäufige Fragen

Kurz beantwortet.

Wie berechnet man die Anlagenverfügbarkeit?

Verfügbarkeit = Laufzeit geteilt durch geplante Betriebszeit. Läuft eine Anlage in einer geplanten Schicht von 8 Stunden 6,8 Stunden, beträgt die Verfügbarkeit 85 Prozent. Geplante Stillstände wie Pausen zählen je nach Definition nicht zur Betriebszeit.

Was ist ein guter OEE-Wert?

Als Richtwert gelten in der Industrie Werte um 85 Prozent als sehr gut; viele Anlagen liegen deutlich darunter. Wichtiger als der absolute Wert sind eine einheitliche Berechnung, der Trend über die Zeit und der Vergleich ähnlicher Anlagen.

Was ist der Unterschied zwischen MTBF und MTTR?

MTBF (Mean Time Between Failures) ist die mittlere Zeit zwischen zwei Ausfällen und beschreibt die Zuverlässigkeit. MTTR (Mean Time To Repair) ist die mittlere Dauer bis zur Wiederinbetriebnahme und beschreibt die Instandsetzungsfähigkeit.

Wie lassen sich Stillstandszeiten kurzfristig senken?

Durch schnellere Reaktion: Fehlerbilder dokumentieren, kritische Ersatzteile bevorraten, Erreichbarkeit der Instandhaltung sichern und Diagnoseabläufe standardisieren. Dauerhaft wirken Wartungsdisziplin und die Beseitigung wiederkehrender Störursachen.

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Jede Achse dokumentiert, jeder Schritt nachvollziehbar.

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Von der Theorie zur Anlage.

MT.One setzt Instandhaltung operativ um: Wartung, Störungsbeseitigung, Montage und Retrofit direkt vor Ort in Sachsen und überregional.

Anruf, der schnellste Weg +49 176 36339106 Tom Bellon persönlich, Montag bis Freitag. Bei Störung oder Stillstand: sofort anrufen.
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Einsatzgebiet
Sachsen, überregional nach Projekt
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Montag bis Freitag
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